WOHNUNGSBAUGENOSSENSCHAFT JUNG UND ALT (WGJA) · HAMBURG
Gemeinschaftlich wohnen. Verantwortung teilen. Bestand weiterentwickeln.
Mitten im Westen Hamburgs entstand Mitte der 1990er-Jahre ein Wohnprojekt, das bewusst einen anderen Weg gegangen ist. Menschen unterschiedlichen Alters entschieden sich dafür, nicht nur nebeneinander, sondern miteinander zu wohnen – selbstbestimmt, solidarisch und gemeinschaftlich.
Heute verbindet das Projekt seine soziale Idee mit einer neuen Aufgabe: den inzwischen rund drei Jahrzehnte alten Gebäudebestand technisch, wirtschaftlich und energetisch zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Ein Wohnprojekt mit Geschichte
Die Anfänge liegen im Verein Wohngemeinschaft Jung und Alt. Dort trafen sich Menschen, die nach neuen Wohnformen suchten: selbstbestimmt, gemeinschaftlich und mit Verantwortung füreinander.
1992 · Bildung einer Initiativgruppe
1993 · Anhandgabe eines Grundstücks in Hamburg-Flottbek
1994 · Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft Jung und Alt e.G.
1995 · Spatenstich, Grundsteinlegung und Richtfest
1996 · Einzug aller Mitglieder
1997–1998 · Fahrradhaus, Gartenanlage und Gemeinschaftshaus
Heute · gewachsener Wohnungsbestand mit lebendiger Gemeinschaft
Drei Wohnhäuser und gemeinschaftlich genutzte Gebäude
Der Bestand in der Heinrich-Plett-Straße 29–33 besteht aus Haus 29 · Nordhaus, Haus 31 · Mittelhaus und Haus 33 · Südhaus. Ergänzt wird die Wohnanlage durch gemeinschaftlich genutzte Bereiche und Nebengebäude.

Gemeinschaft ist mehr als eine Wohnform
Als Genossenschaft organisiert sich Jung und Alt gemeinschaftlich. Mitbestimmung bedeutet zugleich Verantwortung – für Entscheidungen, Aufgaben, das gemeinsame Eigentum und das Zusammenleben.
Gemeinschaft bedeutet nicht Harmonie um jeden Preis. Sie bedeutet, Unterschiedlichkeit aktiv zu gestalten, Konflikte anzusprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Vom Wohnprojekt zur Bestandsentwicklung
Nach rund drei Jahrzehnten verändert sich die Aufgabenstellung. Im Mittelpunkt stehen zunehmend die systematische Instandhaltung, die Priorisierung notwendiger Sanierungsmaßnahmen und die Frage, wie die Wärme- und Energieversorgung langfristig sinnvoll weiterentwickelt werden kann.
Instandhaltung neu strukturieren
Die vorhandene Instandhaltungsplanung wird technisch und wirtschaftlich neu geordnet. Betrachtet werden unter anderem Dächer, Fenster, Balkone, Außenwände und Sockel, Treppenhäuser, Sanitärbereiche, Außenanlagen sowie gemeinschaftlich genutzte Gebäude.
Bestand verstehen · Handlungsbedarf bewerten · Maßnahmen priorisieren · Investitionen planen
Energetische Weiterentwicklung
Auch die Wärmeversorgung steht auf dem Prüfstand. Entscheidend ist eine belastbare Gesamtstrategie. Im Fokus stehen Energieverbrauch, Warmwasserbedarf, Zirkulationsverluste, Speicher, Regelung und Pumpen, hydraulischer Abgleich, bestehende Solarthermie, Photovoltaikpotenzial sowie die Machbarkeit einer Wärmepumpenlösung.

Unsere Rolle im Projekt
Wir begleiten die Wohnungsbaugenossenschaft bei der technischen und wirtschaftlichen Strukturierung der kommenden Aufgaben.
Wir verbinden Gebäudezustand und Instandhaltungsbedarf, Energieversorgung und technische Machbarkeit sowie Maßnahmenplanung und Wirtschaftlichkeit.
Unsere Aufgaben:
• Instandhaltungsplanung überprüfen und strukturieren
• Wartungs- und Maßnahmenplanung aufbauen
• Maßnahmen priorisieren
• Investitionsbedarf transparent machen
• energetische Ausgangslage untersuchen
• Optionen für den Ausstieg aus der Gasversorgung entwickeln
• Wärmepumpen-, Photovoltaik- und Solarthermiekonzepte einordnen
• Fördermöglichkeiten berücksichtigen
• Entscheidungsvorlagen vorbereiten
Ein lernendes Wohnprojekt – auch nach drei Jahrzehnten
Die Geschichte von Jung und Alt ist nicht mit dem Einzug im Jahr 1996 abgeschlossen. Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt muss sich weiterentwickeln – sozial, organisatorisch und baulich.
Bewahren, was funktioniert. Erkennen, was sich verändern muss. Und Entscheidungen so vorbereiten, dass Gemeinschaft und Gebäude gleichermaßen Zukunft haben.

